Das Ende der digital-rektalen Untersuchung?

15/01/2020

Ein Forscherteam hat an der englischen Universität von East Anglia einen Harntest zur Früherkennung von Prostatakrebs entwickelt. Er könnte in den Krankenhäusern bereits in etwa fünf Jahren eingesetzt werden

Dem französischen „Institut national du cancer“ zufolge ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern, gefolgt vom Kolorektalkarzinom und vom Lungenkarzinom. Der Früherkennung kommt also eine besondere Bedeutung zu, die damit einhergehende Untersuchung wird allerdings von vielen gefürchtet. Nun wurde glücklicherweise eine weniger unangenehme Methode zur Früherkennung entwickelt.

Der sogenannte PUR-Test („Prostate Urine Risk“) beruht auf dem Nachweis der Expression dreier Gene, die für das Prostatakarzinom spezifisch sind: das nur in der Prostata exprimierte Gen KLK2, das in etwa 50 % der Prostatakrebsfälle exprimierte Gen TMPRSS2 und das im Falle einer malignen Erkrankung verstärkt exprimierte Gen PCA3.

Die Ergebnisse der ersten Studie zur Bewertung des Tests sind vielversprechend. Demnach ermöglicht er, das Karzinom früher und effizienter zu erkennen. Die Patienten müssen dabei lediglich eine Urinprobe abgeben. Bereits geplant ist die nächste Studie, an der 1500 europäische und amerikanische Männer teilnehmen sollen.

1 Martyn Webb, Kate Manley, Mireia Olivan, et al. Methodology for the at-home collection of urine samples for prostate cancer detection. Biotechniques; 29 nov. 2019.